Werkschau 2 „Von der Fläche in den Raum“

Erschienen in der Schwäbischen Zeitung:

Werkschau mit Objektkunst – Kunstkreis ’84 Riedlingen lädt zur Vernissage und zeigt auch Bilder von Peter Kuhn

Der Kunstkreis `84 Riedlingen lädt am Samstag, 10. September, 16 Uhr, zur Vernissage seiner zweiten Werkschau in diesem Jahr ins Kaplaneihaus. Präsentiert werden Bilder zum Thema „Von der Fläche in den Raum“, allesamt Ergebnisse des VHS-Kurses unter der Leitung von Herbert Arbter. Er und Kunstkreisvorsitzender Dr. Berthold Müller werden denn auch in einem Kunstgespräch in die Ausstellung einführen.
Außer Arbter und Berthold Müller sind es zehn Frauen, die eine ganz besondere Ausstellung präsentieren. Sie ist Ausdruck kreativen Experimentierens und zeigt auf, wie vielfältig ein Thema umgesetzt werden kann. Dass es oft nur kleiner Anregungen bedarf, dafür viel Fantasie und einen künstlerischen Blick braucht, um aus banalen, vielleicht auch schon kaputten Alltagsgegenständen Kunstvolles zu schaffen, belegt diese Ausstellung. Entstanden sind dreidimensionale Werke, zumeist auf einer Grundplatte montierte Objekte. Den Begriff „Assemblage“ verwendete Herbert Arbter, als er in den Kurs einführte: eine Art plastische Collage mit reliefartiger Oberfläche. Sehr unterschiedlich, aber immer eindrucksvoll, haben es die Ausstellenden umgesetzt.
Herbert Arbter selber hat ein altes verrostetes flaches und ausgebrochenes Metallteil, von Stiften auf Abstand gebracht, auf einen goldfarbenen Untergrund drapiert. Dr. Berthold Müller befestigte viele kleine farbig ausgemalte und ausgeschnittene Quadrate auf eine Grundplatte und lässt darauf Dia-Rähmchen geradezu schweben.
Mobile-artig und zart sind die kleinen Plexiglas-Objekte von Marlene Fechner, augenfällig die Objekte aus Holzteilen oder Elektroschrott.
Dass die auf einem bunten blumig anmutenden Hintergrund mit Stecknadeln fixierten „Schirmchen“ einst als Perlonstrümpfe Damenbeine kleideten, erkennt man erst, nachdem Barbara Bulander als der kreative Kopf dahinter, es erläutert.
Martha Chavillier bediente sich bei ihrer Objektkunst Fundstücken aus der Natur, verwendete aber auch Rupfen und Stoffreste.
Karin Gerster kramte im Haushalt und machte Kaputtes zum Kunstwerk, wie zerbrochene Vorhangringe, die sie kunstvoll arrangiert hat.
Dr. Christa Enderle holte ihre Inspirationen aus ihrem Beruf als Ärztin, verarbeitete Spritzen, aber auch Verpackungsmaterial aus Papier und Folie, wirkungsvoll garniert mit Gaze.
Dass sich unter dem von Christa von Bischopinck aufwendig drapierten Seidenpapier Eierkartons befinden, erkennt man erst auf den zweiten Blick.
Cornelia Götze und Gisela Grimm haben für die Ausstellung unter anderem Klappschnitte abgegeben, eine diffizile Arbeit.
Angelika Rehm zeigt geometrische Karton-Schnipsel, ansprechend angeordnet in einem Karton. Maria Wechselberger machte Umhüllungen von Teelichtern und weiteres Aluminium zum Kunstwerk. Eines von vielen Beispielen, dass es nur besonderer Ideen zu besonderen Ergebnissen braucht.
Mit ihr zusammen hat Dr. Peter Kuhn 2015 eine Ausstellung im Kaplaneihaus beim Kunstkreis `84 Riedlingen ausgerichtet. Im Januar 2021 starb das langjährige Kunstkreis-Mitglied im Alter von 81 Jahren, Anlass für den Verein, mit der Präsentation von einigen seiner Bilder seiner zu gedenken. Ausgewählt hat sie seine Frau Dr. Dorothea Kuhn. Sie zeigen einen Querschnitt seines Schaffens, von den Anfängen bis zum Schluss, als er sogar noch die Corona-Pandemie thematisierte. Auch eines seiner Papp-Waben-Kunstwerke, 2017 bei Ricki Scopes ausgestellt, ist zu sehen. Erst spät hat er mit dem Malen begonnen, obwohl er schon als Kind von seinem Großvater zum Zeichnen angeregt worden war. Farben spielten für ihn eine große Rolle. So wundert es nicht, dass sein Vorbild neben Sibylle Hempel die Malerin Gerda Sorger war, wie er einmal bekannte. Kurse belegte er bei Ruth Dietrich und war auch steter Gast bei der Malwoche. Auch auf ihn und sein Werk wird Kunstkreisvorsitzender Dr. Müller bei der Vernissage am Samstag eingehen. Danach ist nicht nur Gelegenheit geboten, sich die Kunst im ersten Stock des Kaplaneihauses anzusehen, sondern sich bei einem Glas Wein oder Wasser an Bistrotischen auszutauschen.

Die Ausstellung „Von der Fläche in den Raum“ ist bis 25. September freitags und samstags von 15 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr im Kaplaneihaus in Riedlingen zu sehen.

Von Waltraud Wolf

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