Christa von Bischopinck: „Dies mit Farbe – Das mit Ton“

Die Ausstellung „Dies mit Farbe – Das mit Ton“ mit Werken von Christa von Bischopinck zeugt von einer enormen Kreativität der Künstlerin, von Freude an vielfältigem Schaffen und der Herausforderung, sich immer wieder mit Neuem auseinanderzusetzen. Ausgerichtet wird sie vom Kunstkreis 84 Riedlingen im Kaplaneihaus und eröffnet am Donnerstag, 14. Oktober, 19 Uhr. Bei der Vernissage musizieren Tochter Annette und Enkelin Ida an Gitarre und Piano. Kunstkreis-Vorsitzender Dr. Berthold Müller spricht einführende Worte.

Christa von Bischopinck stellt im Kaplaneihaus in Riedlingen aus. Foto: Waltraud Wolf

Christa von Bischopinck stellt im Kaplaneihaus in Riedlingen aus. Foto: Waltraud Wolf[/caption]Begonnen hat Christa von Bischopinck ihr künstlerisches Schaffen in den 1980er-Jahren mit den Tonarbeiten. „Mit Ton zu arbeiten ist ein wunderbares Gefühl“, schenkt sie Einblick in ihr Tun. Kleine Druckbewegungen veränderten das Material, so könne sie spielerisch damit umgehen. Bevor sie sich ans Modellieren mache, habe sie das Werk bereits als Idee im Kopf, egal, ob es Gefäße für den Raku-Brand seien oder figürliche Formen, sagt sie. Ihnen widmet sie sich bevorzugt, was die Ausstellung zeigt; dem Paar auf Hockern, das sich zueinander wendet oder beleidigt abkehrt, je nach Stellung, vor allem aber die Frauenfiguren, die häufig nach ihren Aktzeichnungen entstanden sind. Unter anderem bei Hans-Jörg Eder hatte sie hierzu einen Kurs belegt. Der menschliche Körper ist ihr auch von ihrem Beruf in einer orthopädischen Werkstatt vertraut. Das macht ihr das Modellieren leicht. Hier und dort blitzt der Schalk hervor, wie bei dem pfeifenden Mann mit dem Vogel auf der Schulter oder dem Gockelhahn nach Picasso, eine komplizierte Arbeit.

1986 hat Christa von Bischopinck mit dem Malen begonnen und dabei in Sigmaringen einen Kurs bei Ruth Dietrich belegt. Dort, berichtet die Laizerin, wurde so von Riedlingen geschwärmt, dass auch sie sich aufmachte, in der Donaustadt einen Acryl-Kurs der Mallehrerin zu belegen. So fand sie den Kontakt zur Riedlinger Kunstszene und zum Kunstkreis, dem sie seit 1998 angehört. Sie nahm an vielen Gemeinschaftsausstellungen teil und richtet jetzt ihre dritte Einzelausstellung in Riedlingen aus. Sie gehört beim jour fixe zur regelmäßigen Besucherin des Malerkreises, bringt sich stets beim Hängen der Bilder der Ausstellungen ein. „Ich schätze die Teamarbeit“, betont Christa von Bischopinck und sie fühle sich im Kunstkreis 84 wohl, beim Malen oder auch bei den Kunstreisen.
Bei ihren Bildern arbeitet sie vornehmlich mit Acryl, gelegentlich auch in Mischtechnik. Mit dem Pinsel oder der Spachtel wird gemalt, gekratzt. Manchmal kommt Sand, Asche oder Papier auf die Leinwand, so auch bei einzelnen Bildern dieser Ausstellung. „Es ist nicht Zufall, was ich mache“, betont sie. Sie gehe schon mit Vorstellungen ans Werk. Eine weiße Leinwand möge sie nicht, also müsse erst einmal Farbe drauf, „möglichst mit viel Schwung“. Farben, die sie nicht so möge, trage sie zuerst auf, schließlich seien auch sie wichtig, blitzten schließlich auf oder durch. Viele ihrer Bilder sind abstrakt, strahlen Dynamik aus, wobei die Farbwahl eine ganz unterschiedliche ist. Manche erscheinen fast pastellig, andere ziehen mit intensiv knalligen Farben die Blicke auf sich. Das hat auch mit den Themen zu tun, die sich die Kunstkreismitglieder bei ihren Jahresthemen geben. „Chaos“, war eines davon und ein solches drückt Christa von Bischopinck in Farbe aus. Mehr als eine Spielerei sein diese Farben und Formen, betont die Künstlerin und unterstreicht die Harmonie, die es zu bewerkstelligen gelte.

Dann sind da die Bilder mit fast naturalistisch abgebildeten Menschen, zwei Schauspielerinnen in der Schulaufführung von „Lysistrata“, das indische Mädchen oder der Junge im Fenster, die Artisten, die Balance halten, Frauenköpfe, der Schlafende, „gemalt nach Musik“. So hieß ein Kurs bei der Galeristin und Malerin Dorothea Schrade in Illereichen, den Isabelle Roth gab und von Christa von Bischopinck besucht wurde. Überhaupt hat sie sich in den vergangenen Jahrzehnten viel Anregung von außen geholt, auch bei Kursen in Inzigkofen, bei experimentellem Malen in Bad Reichenhall mit dem Ergebnis einer Collage mit Zeitungspapier und Gaze, oder bei Ricky Skopes in Riedlingen. Spannend findet sie das Umsetzen von Themen. „Aus der Nähe betrachtet“, war eines der letzten. Hier entstand das Bildnis einer Fliege und jenes eines Käfers, wieder ein neues Feld für Christa von Bischopinck.

Dieser Text sammt von Waltraud Wolf, erschienen in der Schwäbischen Zeitung am 13. Oktober 2021

Die Ausstellung „Dies mit Farbe – Das mit Ton“ von Christa von Bischopinck ist bis 7. November freitags und samstags von 15 bis17 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr im Kaplaneihaus, Kirchstraße 2 in Riedlingen, zu sehen.

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