Ausstellung Bulander Chavaillier

 

Starkfarbig und gedeckt – Barbara Bulander und Martha Chavillier stellen im Kaplaneihaus aus

Von Eva Winkhart, erschienen in der Schwäbischen Zeitung Riedlingen am 26. September 2017

Riedlingen – Zahlreiche Unterschiede aber auch einige Berührungspunkte finden sich bei Barbara Bulander und Martha Chavillier. Ihr wichtigster: Beide malen und stellen eine Auswahl ihrer Bilder aus, entstanden in den vergangenen zwölf Jahren. „Werkschau“ nennen sie ihre Präsentation im Kaplaneihaus.

Eine Freundschaft habe sich entwickelt in diesen Jahren, sagen die beiden Künstlerinnen. Zusammen mit einem Kreis Gleichgesinnter und Freunden inspirieren sie sich gegenseitig, besuchen Ausstellungen und gehen auf Kunstreisen. 2005 haben sie sich getroffen beim Kurs der Volkshochschule „Malen in Mischtechnik“, geleitet von Ruth Dietrich. Der Malkreis des Kunstkreises ist die zweite Quelle von Barbara Bulander und Martha Chavillier. Daher sind die Räume im ersten Stock des Kaplaneihauses ihr Ausstellungsort.

Barbara Bulander ist im ländlichen Bodenseegebiet aufgewachsen und lebt seit über 40 Jahren in Riedlingen. Bereits während ihrer Schulzeit am Aufbaugymnasium in Ochsenhausen waren ihr die Fächer Bildende Kunst und Werken nahe. So studierte sie Kunst und Englisch für Realschulen und unterrichtete diese Fächer bis 2015 an der Geschwister-Scholl-Realschule in Riedlingen.

Dass Barbara Bulander leuchtende Farben und starke Farbkontraste liebt wird in ihren ausgestellten Bildern deutlich. Tiefes Grün und knalliges Rot, leuchtendes Blau und Gelb finden sich hier in ihren Bildern. Vorwiegend mit Acrylfarben, aber auch mit Kreiden gestaltet sie auf unterschiedlichen Papieren – auf Packpapier, auf Rückseiten von Kalenderblättern, im „Lieblingsformat“ 50 mal 60. 20 bis 25 Werke entstünden pro Jahr, aufgehängt zu Hause, aufbewahrt in Mappen. „Sie sind einfach zu verstauen“, ergänzt sie mit Schmunzeln; das sei der Vorteil am Arbeiten auf Papier. Und sie schafft meist an mehreren Bildern – zur warmen Jahreszeit im Wintergarten des Hauses am Vogelberg. Sonst zieht sie ihr Malzimmer vor: „Seit die Jungs weg sind, hab ich mir eines ihrer Zimmer geräumt. Und das ist mein Reich.“ Und seit sie im Ruhestand ist habe sie mehr Zeit und Muße zum Malen, sagt sie. Teilweise gestaltet sie Gegenständliches, viele Bilder sind abstrakt. Geometrisches findet sich häufig: „Räumlichkeit und Tiefe sind mir wichtig.“ Hauptsächlich arbeitet sie an den vorgegebenen Themen aus dem Malkreis oder dem Malkurs der Volkshochschule. „Und da versuche ich mehrere Variationen zu machen.“ Immer aber steht die Farbe im Vordergrund.

Ein für sie fertiges Bild übermalen, sagt Barbara Bulander, würde sie selten. Das Übermalen ist dagegen für Martha Chavillier ein wichtiges Gestaltungselement. Sie bevorzugt die gedeckten Farben, die rauen Bilduntergründe mit Strukturen und Unebenheiten, die großen Leinwände. Eine „gewisse Disharmonie“ baue sie gelegentlich in ihre Bilder ein, beispielsweise Strukturen aus Sand oder Papierschnipsel. „Ich mal oft was rein, was eigentlich nicht in mein Bild gehört“, ergänzt Martha Chavillier; daran arbeite sie dann weiter. Und immer benütze sie Acrylfarben. Manchmal, sagt sie lachend, seien es richtig leuchtende Farben – entgegen ihrer sonstigen Arbeitsweise. Das brauche Überwindung; das Ergebnis überrasche und fasziniere dann auch sie selber: „Es bleibt nie so wie es angefangen hat.“ Personen stehen oft im Mittelpunkt, Abstraktes gehöre jedoch ebenso dazu.

Sie malt vor allem in den Mittwochskursen und im Malkreis, zu Hause eher selten: „Weil mir einfach die Zeit fehlt.“ Neben Familie und Beruf, Haushalt und Pflege. Kreativ sei sie jedoch schon immer gewesen, sagt Martha Chavillier: „Das gehört zu mir!“ Mit Backen und Kochen und Nähen sei sie in Neufra aufgewachsen – und es sei heute noch ihre Leidenschaft. Das Hauswirtschaften und das Kreative machte sie zu ihrem Beruf; ihre vier Kinder und die Ausbildung in der Altenpflege kamen dazu. Ihr Malen kam im Laufe der Zeit als Ergänzung zu all den übrigen Hobbys. Die ehrlichen Bildbesprechungen in der Malkursgruppe am Ende der Malabende am Mittwoch seien sehr hilfreich für ihre Entwicklung als Malerin; die Anregungen und Tipps schätze sie sehr. Wenn sie dann in Ruhestand sei und mehr Zeit habe, wolle sie auch ihre „Produktion“ ausweiten, fügt sie schmunzelnd hinzu.

Die „Werkschau“ von Barbara Bulander und Martha Chavillier ist im Kaplaneihaus zu sehen vom 28. September bis zum 15. Oktober 2017.

Eva Winkhart
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